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Bildschirmfoto 2016-06-16 um 19.24.36Entspannt saßen Patsch und Watschelmann bei dem Heurigen, dem sie schon vor langem ihre Gunst zuteil werden ließen. Wir erinnern uns, in den spannenden Zeiten, als man in Wien zur Urne geschritten war, um den neuen Stadtvater zu wählen, da waren die beiden auch nicht faul, gründeten damals die Wiener ÖPP (Partei der Pinguinisten) und fanden im „Stadtheurigen zum Reichsapfel“ gleich ihr Hauptquartier, wo sie fortan bei einem bürgermeisterlichen Spritzwein über das Wohl für die ihren nachzudenken pflegten.

So auch heute: die Sommersonne wärmte zart ihr Federkleid, und so kam die Sprache auch rasch auf das Thema No.1, dem Gänsehäufel. „Klingt vielversprechend,“ meinte Patsch, „im Gänsehäufel wird sich doch die eine oder andere Henne finden, die mir meinen Rücken kraulen könnte,“ gab er sich so mancher unzüchtigen Hoffnung hin. „Aber geh,“ entgegnete Watschelmann, was fängst du mit einer Henne an? Du vernaschst ja höchstens die Sardellen von Elvira, der Fischhändlerin, wenn sie gerade ein Auge auf mich wirft.“

Einerlei, die beiden, sichtlich angeregt durch den heißen Sommer, die Sonne und wohl auch den Spritzwein, wandten ihre Schritte nasswärts und mischten sich bald unter das rege Treiben der Strandbesucher an den Gestaden des Paradieses der Wiener, der Alten Donau. Sie gackerten und quakten mit Hahn und Henne, mit Ganter und Gans um die Wette und schäkerten unverblümt mit so mancher gefiederten Schönheit … bis ihre holden Gemahlinnen überraschend auf- und Patsch und Watschelmann flugs untertauchten.

Weiße WestenKürzlich beschlossen Patsch und Watschelmann, sich sozusagen runderneuern zu lassen. Und was dabei mittlerweile herauskam und wohl auch -kommen wird, kann sich jetzt schon sehen lassen. Ein Zwischenbericht.

„Eigentlich steht dir dein Baucherl recht gut,“ bemerkte Patsch, als er Watschelmann genauer betrachtete. „Und ich finde dich, obwohl dir ein solcher auch gut stehen würde, in deiner Schlaksigkeit auch ganz erträglich,“ konterte Watschelmann, obwohl er auf seine Üppigkeit an seinem Äquator nicht unbedingt gerne angesprochen werden wollte.

Aber sei’s drum, fesch sind sie geworden, dank des bestechenden Auges Jean Génies, wenn es um die spheniscide Ästhetik am Nordpol geht und vor allem auch des Schöpfers in der 3. Dimension in Gestalt des gestalterischen Genies Gerold Kubitschek. Mittlerweile präsentieren sich die beiden noch in blütenreinen weißen Westen, aber man kann davon ausgehen, dass die Metamorphose, die sie daraus wahrhaft und auch weiterhin zu bunte Vögel werden lässt, nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.

Die Welt wartet gespannt …

Bildschirmfoto 2016-04-14 um 18.52.14Unruhig rollte Watschelmann von einem Ende der Scholle zum anderen, er mochte es kaum aushalten, so sehr sprühte er vor Tatendrang! Das Grau der Morgendämmerung gab im Nu dem prallen Licht des Nordpols am Ende des Augartens frei und somit auch den unbändigen Wunsch, dem jungen Frühlingstag ein freundschaftliches „Servus“ zum Ausdruck zu bringen.

Wir schrieben den 1. Mai, Watschelmann und auch die übrigen Sphenisciden schickten sich an, sich heute zusammenzurotten um sich im nahen Augarten zu der Kundgebung „Wider dem Winter & lach mit dem Lenz“ einzufinden. Und so geschah es auch: Neben Joseph Watschelmann näherte sich auch Florian Patsch, der josephinische Knabenchor gab ein hinreissendes Ständchen, Moritz und Sara, die ebenfalls hier ihre neue Heimat gefunden hatten und auch sonst recht fleißig waren, ließen ihre Sprösslinge sich an der Blütenpracht und dem schier unendlichem Grün erfreuen, das sie gleichzeitig einlud, es sich bequem zu machen und eine Zeit lang zu verweilen. Die nahen Wirtsleut’ waren nicht faul und brachten flugs allerlei Fisch- und sonstiges Meeresgetier herbei, auf, dass es den Sphenisciden nicht an Speis’ und Trank mangelte.

Plötzlich unterbrach eine sonore Stimme das lustige Treiben: „Man bringe mehr vom Spritzwein,“ sprach Michael, der Gesellige. „Auf, dass die Sphenisciden in Wiener Gemütlichkeit mit mir frohlocken mögen!“ So lüftete er mit Patsch und Watschelmann an jenem Tag das letzte Geheimnis ihrer neuen Heimat, und gemeinsam mit dem josephinischen Knabenchor stimmten sie begeistert die Internationale an: „Es wird ein Wein sein …“

P1460979Letztens machte Florian Patsch seinem Namen alle Ehre. Zur Erklärung: Florian steht für gläubige Katholiken bekannter Weise für den Schutzpatron der Feuerwehr. Demnach zeichnete sich Patsch an jenem Abend wohl dadurch aus, nichts, nur ja nichts anbrennen zu lassen, und die Sache mit dem „patsch“, das ist eine andere Geschichte.

Eigentlich begann es ja ganz harmlos: Florian Patsch unternahm vom Nordpol aus eine kleine Stadtwanderung, die ihm zu dem Ort, wo alles begann, führen sollte: zum Schwedenplatz. Wir erinnern uns, damals landeten die Sphenisciden ebendort, um sich nach ihrer letzten Etappe am Nordpol nächst dem Augarten fortan niederzulassen. Frohgemut lenkte er daher seine Schritte zu den Gestaden des Donaukanals und freute sich auf eine erfrischende P1460978Abkühlung und einen nachbarschaftlichen Plausch mit den Möwen und in der Hoffnung, diesen einen Fisch vor ihren Schnäbeln zu stiebitzen.

Doch, allein, es kam ganz anders. Auf dem Weg zur Erfrischung passierte er mit dem „Weinfach“ eine Labstation der besonderen Art, die spontan sein Interesse weckte. Begrüßte ihn doch der gastfreundliche Wirt, Peter Teglas, Inhaber dieser, nicht nur bei Florian begehrenswerten Schenke und motivierte ihn ebenso spontan, doch auf einen Sprung und viel mehr auf einen Schluck vom Rebensaft  in seinen Tempel der Goldenen Tropfen hereinzukommen.

Patsch erwies sich als begeistert und noch viel mehr begeisterungsfähig, kannte er den Goldenen Genuss bislang bloß vom Hörensagen. Peter, der sich alsbald als Stein in der Brandung und vor allem der Wogen, die Patsch gleich einem hilfsbedürftigen Kahn schlingern ließen, herausstellte, führte den Jungzecher in die Geheimnisse seines Kellers ein und motivierte dadurch Patsch, mehr zu wollen und wohl auch zu verlangen. Seine Zunge löste sich und so entsprang dem Schnabel des sonst so honorigen Sphenisciden so manches zotige Lied, das die Welt bislang noch nie gehört hatte:

„Ich bin ein lustiger Gorilla,
mein Bauch ist heute lila,“

grölte er aus angetrunkenem Herzen und

„Ich pfeif’ auf meine Hose
und bespring die schöne Rosa!“

Patsch schien in einem neuen Element, das er, stets befeuert durch das trügerische Nass aus der Hand des mittlerweile einzigen Fels, also dem Peter, mit jedem Schluck mehr genoss.

Bis es dann genug war. Nach seinem letzten Satz, den man allerdings nicht mehr verstehen konnte, machte es „platsch“ mit Patsch und er schlief danach über viele Stunden den ersten Rausch seines Lebens aus. Dennoch erwachte er tags darauf in poetischer Laune und reimte, kaum, dass er die Augen geöffnet hatte:

„Gottogott, mein Kopf ist hin,
ich brauche schnell ein Aspirin.“

Haifisch-SuiteDieser Tage gaben wir uns der Muse hin und ließen uns auch von ihr küssen – dahingehend, dass die Probearbeiten zu unserer Veranstaltung „Die lange Nacht des Pinguin – Kunst im Verlies“ noch einmal Revue passierten. Wir hatten damals fleißig mitgedreht und schnitten bannten nun auch einige Schwerpunkte für die Ewigkeit.

Es waren ja auch zwei denkwürdige Abende im vergangenen Dezember, als sich Watschelmann & Co. sozusagen im Verlies einfanden, um unter der Leitung von Jean Génie und seinem Team ihre Erfahrungen seit ihrer Ankunft am Leopoldstädter Nordpol einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren – die sich in Form von Heerscharen von Besuchern darstellte.

Am Gelingen dieses ersten von vielen noch folgenden Projekten trugen auch eine Menge Leute bei: live vor und hinter der Bühne, sowie als engagierte Informationslieferanten und Mitwirkende, die wir auf der großen Leinwand zeigen konnten. Neben Jean Génie recherchierten und dokumentierten DDr. Wolfram Plauscher, sowie der rastlose Kameramann für Foto und Film Wilhelm Kramermann, gemeinsam mit ersteren las Ingrid Lassnig, und Wolfgang Katzer, alias Bamschabl, wurde nicht müde, als Kenner und Trainer der frackgewandeten Zeitgenossen, ihr Leben um eine Dimension zu erweitern. Von der Leinwand lachten unser Bezirksvorsteher Karlheinz Hora und die Gastgeber im Hauptquartier der ÖPP, Gerald und Chinte. Sang- und klangvoll wurde das Forschungsprojekt von Sandra Rose und Franz Scharf, die sich in der Darstellung des ewigen Themas No.1 auf die Spuren von Hazy Osterwald begaben, abgerundet.

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Hier geht’s zur pulitzerpreisverdächtigen Video-Dokumentation

Zumindest der traurige Teil des Geheimnisses um Patsch und Watschelmann scheint gelüftet zu sein: Während die Welt vermeinte, dass die beiden frackgewandeten Dynastien dem Nordpol nächst unserem Augarten Freude und Frohsein bescherten, loderten im Hintergrund Flammen des Zank und Haders um den Fisch.

Génie und Plauscher erkannten diese Rivalität schon bald, versuchten alles Menschenerdenkliche, um die Katastrophe abzuwenden, doch es half nichts.
Die beiden Musikusse Sandra Rose und Franz Scharf besangen kürzlich, wir haben es gehört, das tragische Schicksal um die Fehde in die Welt hinaus, und für viele Freundinnen und Freunde unserer watschelden Zeitgenossen bracht schlicht eine Welt zusammen.

Sandra Rose     Franz Scharf Kopie

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Zu hören hier: Pinguintango, oder: Watschelmanns Tragödie und der Fisch

 

EndeSo weit, so gut: Doch wird die Welt sich weiter drehen? Wird Génie sie zukünftig wieder im Rahmen begeisternder Unternehmungslust aus Sport, Spiel und Promille begleiten können? Wird Plauscher auch weiterhin Freude am Dasein des fleißigen Chronisten finden? Wird Wilhelm Kramermann, der Kameramann und wieder mit fröhlichen Bildern beglücken können? Und: werden Sandra & Franz jemals wieder den frohgemuten Sang der Watschelmänner in die Welt hinaustragen können?

DeckblattIn den Nächten des 11. Und 12, Dezembers 2015 trafen Patsch und Watschelmann im so genannten Verlies des Karmeliterplatzes auf ein neugieriges Publikum, das mehr, noch mehr wissen wollte, über deren Spezies: Es waren die Sphenisciden, wir wissen es bereits, die schon vor Menschengedenken aufbrachen, um unseren Nordpol zu bevölkern.

Eingangs war es Bamschabl, über dessen Namensfindung sich mittlerweile schon Generationen nicht mehr den Kopf zerbrechen (würde es diesem doch schlecht ergehen, stürzte man sich von dessen Schwindel erregenden Höhen in die Tiefe), der sein pädagogisches Engagement (siehe ebendort) präsentierte, ebenso wie Jean Génie und Wolfram Plauscher, deren Dokumentationen ihrer Forschungstätigkeiten beinahe den Rahmen sprengten … und natürlich eine begeisterte Runde an Sympathisanten, die sich mit der neuen Population stanta pede nicht nur anfreundeten, sondern ihnen auch weiterhin die Freude schworen …

balgencamera

 

Seitenblicke auf spheniscidisch …