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Archiv für den Monat November 2015

Bühne DonaukanalNun werden sich die treuen Leser und interessierten Gefolgsleute von Jean Génies Weltreisen durchs Karmeliterviertel gefragt haben, wie es er und seine Getreuen wohl schafften, der Vielzahl an Aufgabenstellungen auch Herr zu werden. Die Redaktion fragte sich das auch und konnte ihn dazu bewegen, Einblick in das Geheimnis seiner investigativen Bemühungen zu geben, um dieses Schritt für Schritt zu lüften.

 

Tropenhelm1 Der Tropenhelm: Wie wir wissen, gliss das Licht im Halbjahr der brütenden Sonne unbarmherzig auf das Team hernieder. So war es verständlich, dass Jean Génie im Fachladen zum Faschingsprinz nächst seines Hauptquartiers fündig wurde und sich selbst und seine Forscherkollegen mit dem notwendigen Rüstzeug ausstatten konnte.

Schwammerlmesser2 Das Schwammerlmesser: hätte beim Auffinden der lange gesuchten Austeritätspilze wertvolle wertvolle Dienste erweisen können, wäre dieses jedoch nicht zuvor in den geheimnisvollen Stellen der stets taillierten Tropenkleidung des Génie mit einem Mal in den Falten, wie sie auch immer geartet sein wollten und woher sie (auch unter seiner Kleidung) auch kommen mochten, spurlos verschwunden.

FeldstecherSonnenbrille3 Der Feldstecher: half im Zuge der Bemühungen, die Spezies der Sphenisciden aufzufinden auch nur bedingt, genauso wie

4 Die Sonnenbrille: denn Watschelmann und Patsch zeigten schon bald nach den Anstrengungen des Teams, ihrer gewahr zu werden, von selbst und ersuchten die Wissenschaftler ob der sommerlichen Temperaturen um Rat, um doch bald den Weg zur Stätte der Labung zu finden, genannt Reichsapfel -> siehe auch Parteilokal der ÖPP.

zorro Kopie

Heute, am 26 November 2015, ist es endlich gelungen: nach wochenlangem Texten wurde er fertig: der Pinguin Tango. Frei nach Hazy Osterwald kamen wir auch tragischen Schicksalen auf die Spur und daraus entstand schlussendich ein Song, der die Welt schlicht aus den Angeln heben wird …

Pinguin Tango

Pinguintango
in dieser Taverne
fracke Gestalten
polares Licht.

Und sie watscheln diesen Tango
Florian Patsch und Watschelmänner
und er sagt, ich habe Hunger,
bring herbei den frischen Fisch!
Und dann kommen sie geflogen
die Sardine und der Lachs.
Patsch schnappt und Watschel wittert
doch er fängt den Fisch jetzt nicht.

Pinguintango
in dieser Taverne
fracke Gestalten
polares Licht.

Abend für Abend fliegen die Fische,
Watschel versucht es,
doch er fängt sie nicht.

Und sie watscheln diesen Tango,
die von Watschels Gram nur ahnen,
und sie fragen auf die Schnelle,
„Hab’n Sie nichts zum Beißen da?“

Denn sie können ja nicht wissen,
was in Watschelmanns Taverne
auf der Jagd nach seinen Fischen
nicht nur nächtens schon geschah.

Pinguintango
in dieser Taverne
fracke Gestalten
polare Fernen.

Zweifelnde Blicke, Angst überall,
Watsch ist verzweifelt,
denkt, jetzt mach‘ ich Schluss!

Und sie watscheln diesen Tango,
Florian Patsch und Watschelmänner.
Bleibt es immer ein Geheimnis,
warum Watschelmann das tat?

Doch der Watsch, der ist verhungert,
dem ein Fisch vergönnt nie ward,
und der Patsch wird immer dicker,
während Watschelmann hier starb.

Pinguintango
in dieser Taverne
fracke Gestalten
polare Fernen.
Abend für Abend immer das Gleiche,
Fliegende Fische und ein Papagei.

Unknown

 

Zum Anhören gibt es hier das Hazy Osterwald Sextett:
und zum Mitsingen gibt es hier einer Karaoke-Version:

New YorkEines Tages, der eine jazzte sich mittels seiner eigenen Zeitung durchs Leben, der andere steckte inmitten der Forschungstätigkeit im Zusammenhang mit seinen ihm bereits damals ans Herz gewachsenen Pinguinen, wollte es das Schicksal, dass sie sich einfach finden mussten.

Im Grätzl, wo denn sonst, ist man geneigt, spontan anzurufen, und so war es auch. Also, eines Tages liefen sie sich über den Weg, und der andere, nennen wir ihn schlicht Jean Génie, fragte den einen, nennen wir ihn ebenso schlicht Prof. Wolfram Plauscher, ob es denn Platz gäbe für die Pinguine des anderen, in der Zeitung des einen. „Zar wos brauch’ ich Pinguine?“ fragte sich der eine, „die machen ja keine Musik und schon gar keine, die swingt!“ Doch hier irrte Plauscher, denn schon bald sollten die frackgewandeten Gesellen und Gesellinnen ihn eines besseres belehren. Das gelang ihnen dann auch spontan so gut und überzeugend, dass Plauscher sich spontan eines besseren besann und sich die ab nun „Swinguine“ genannten zum festen Mitarbeiterstab Plauschers Zeitschrift zählen durften.
ParisBerlinIhnen oblag es fortan, sich auf Reisen zu begeben, und so besuchten sie in der Folge die heißesten Pflaster rund um die Welt, erforschten für die zahlreichen Leser Plauschers Periodikums die heißesten und verrauchtesten Jazzclubs und berichteten mit der Leidenschaaft, die nur einem echten Swinguin eigen sein kann, über die gefragtesten Grooves zwischen Scheibbs und Nebraska … sozusagen.

Plauscher wusste bald, dass es so gut war, und Génie wurde nicht faul, die reiselustigen und erzählfreudigen Swinguine zu begleiten und hielt sie als deren Chronist fest: wie gesagt zwischen Schaibbs und Nebraska und kundig am Instrument und mit großer Stimme.

wie alles begann:

dscf7993Ein Sturm des Mitgefühls erhob sich für das tolldreist scheinende Forscherteam, als Wissenschaftler aus aller Welt von dem Vorhaben der ambitionierten Teufelskerle erfahren hatten. Stand es doch in den Sternen, ob sie jemals ihr Ziel erreichen würden.

Denn schon die Vorbereitungen der Expedition gestalteten sich als durchaus kompliziert, galt es doch, dem vermittelten unwegsamen Gelände der Antarctica, noch dazu im Halbjahr des gleißenden Sonnenlichts, mit und in der richtigen Ausrüstung paroli zu bieten. Als durchaus erfinderisch erwies sich das Team daher in der Auswahl der Werkzeuge, die mithelfen sollten, unwegsames Gelände und dessen Inhabitanten gleichsam zu domestizieren. „Schwammerlmesser,“ erklärte Génie, dessen Name bereits zu Lebenszeiten Programm war, und zeigte es stolz seinen Expeditionskollegen. Wiewohl er es schnell in der Seitentasche der, wie übrigens sämtlicher Rest seiner Forscherbekleidung auf Taille geschnittenen Forscherhose verschwinden ließ, erklärte sich die Notwendigkeit der Disapparence in der Folge von selbst. In der Zwischenzeit übernahm Génie rasch die Führung der Forschungsreise und geleitete die Gruppe fortan auf geschwungenen Wegen, welche die Treffsicherheit neuzeitlicher Navigationsinstrumente mit Leichtigkeit überflügelte, auf mehrere Holzwege (später sollte er behaupten, seine Begleiter bewusst nicht in die Irre, sondern im Kreis geleitet zu haben, damit sie das Zentrum des Seins schon per Seitenblick erkennen mögen).

Da sich das Team jedoch, wie die beobachtenden Satelliten der Wissenschaftskollegen erkennen konnten, nicht konzentrisch fortbewegte, sondern wahrnehmbar und der Sehnsucht des Expeditionsleiters folgend, in Schwammerl suchenden Meandern, die schließlich in Form ungenießbarer, so genannter Austeritätspilze belohnt wurde, begegneten die Forscher schließlich beiläufig einer eleganten Spezies an autochthonen Einwohnern jener unwirtlichen Gegend, weithin bekannt als Flying Platschmen, welche das Trio mit Anstand begrüßen sollte (sh. Abb.: Génie im Kreise der Seinen und sein Werdenden) und sich mit Génie & Co. spontan fraternisierten.

„Es erstaunt mich nicht,“ zeigte sich Génie über die Begegnung erfreut, „dass es uns dank meiner Zielstrebigkeit und dank der Ausdauer meines Teams gelungen zu sein scheint, bereits vor den Stunden spirituellen Beisammenseins in den Genuss sinnerweiternder Halluzinationen gelangt zu sein. Besonders freut es mich daher auch, dass ich die Existenz narrischer Schwammerl auch jenseits des Grachtenlandes, des Epizentrums psychedelischer Lyrik, nachweisen konnte.“

Jean Génie: Spheniscidus

wolfi-008Die Diagonale durch den Schnabel ist das Grundprinzip des Künstlers, trennt und verbindet sie gleichermaßen die Gesamtheit unserer universellen Wahrnehmungen. Datailverliebt beschreibt Jean Génie in Spheniscidus die Metamorphose des krausen Haupts, pointilistisch zum Ausdruck gebracht durch den wirren Haarschopf seines Lieblinsmodels, der, seinen Platz im oberen, rechten Viertel des Porträts findet, und die klaren Linien des sphenisciden Schnabels, der nur scheinbar spitz in den Abgrund weist. Bei anfänglicher Betrachtung stellt er sich scheinbar als Bollwerk gegen das Unterbewusste dar und zeigt, gleichsam als Erker und Wegweiser, zielstrebig den Weg transzendentaler Erkenntnis. Quasi in seiner Eigenschaft als Brückenbauer wählt Génie, für den Betrachter als Hilfestellung gedacht und für ihn so leichter nachvollziehbar, die Methode der einstigen Pariser Künstlergruppe Les Opticiens obscures, die schon im vergangenen Jahrhundert Offensichtliches zu verbergen suchte, die in seinen Werken stets wiederkehrenden lunettes surprises, welche den Weg zu Erleuchtung weisen sollten. Hier bedient sich Génie eines Kunstgriffs, der die klare Linienführung für den Zinkens mit der pointilistischen Darstellung der Gedankenwelt seines Modells in Verbindung bringt.

Die imperiale Souveränität verleiht Génie seinem Werk durch das so genannte habsburgische Farbenspiel aus sattem Schwarz und majestätischem Gold, welche dem Porträt, Kraus und Zinken einrahmend, die entsprechende Würde verleihen. Doch es wäre nicht Jean Génie, geriete hier, auf das Stilmittel des Revoimpressionismus zurückgreifend, der imperialistische Anspruch auf das Absolute, hier nicht zu beißender Satire: Scheinbar sorglos spinnen die Tropfen unterschiedlicher Couleur und Größe ein weiteres Netz des Krausen und setzt somit einen Kontrapunkt zu den traditionellen Irrtümern, wo alles begann.

Herbst

Wenn er kommt, der Pinguin,
dann ist der Sommer längst dahin.
Badehose in den Schrank,
denn ohne Frack, da wirst du krank.
So watscheln wir in kalten Nächten
und tun die Watschelvögel ächten.
Wir träumen wieder von der Sonne,
vom letzten Jahr, der nackten Nonne.

wfr portraitGelegenheiten wie diese ergeben sich selten: im Zuge der Besichtigung des Bezirksmuseums durch unsere Pinguine bei Georg Friedler traf Jean Génie auf Prof. Dr. Wolfram Plauscher, seines Zeichens DIE Koryphäe in unseren Breiten, wenn es darum geht, sonderbare Lebensformen zu erkennen. Génie befragte ihn zu einem der brisantesten Themen, die das Grätzl seit Menschengedenken bewegen.

 

 

 

 

Unknown
Unser Kameramann Wilhelm Kramermann war rechtzeitig zur Stelle und filmte die Ausführungen des Geleerten.